Nazis aus der Schule fegen!
Nazis gibt es in jeder Stadt, auch in Köln. In den Medien tauchen die
Nazis meist nur auf, wenn sie wieder mal durch irgendeine Stadt demonstrieren
oder Menschen anderer Hautfarbe oder Religion totgeschlagen haben. Jedoch verschwindet
das Problem des Neofaschismus nicht, nur weil die Medien nicht über sie
berichten. Gerade dort, wo alle wegschauen, können sich die Nazis etablieren.
Nach und nach erobern sie sich sogenannte Freiräume, eine Straße,
eine Kneipe, ein Jugendzentrum oder halt eine Schule.
In den nächsten Tagen und Wochen will die extrem rechte Partei Pro Köln
eine "Jugendoffensive" an den Kölner Schulen starten. Sie werden
versuchen, ihre sogenannte Jugend- und Schülerzeitung "Objektiv"
an euren Schulen zu verteilen. Wir rufen euch deshalb auf, sich dieser Nazis-Propaganda
aktiv in den Weg zu stellen und sie nicht zu ignorieren. Mit unserer Zeitung wollen
wir euch über die Hintergründe dieser rechten Partei und ihrer rassistischen
Propaganda aufklären.
Pro Köln und der Faschismus
Pro Köln präsentiert sich als eine konservative und demokratische Alternative
zu den "Altparteien". Sie vermeidet dabei bewusst öffentlich positive
Bezüge zum Faschismus. Was sie tatsächlich sind, wird deutlich, wenn
man sich ihre Propaganda und Parolen anschaut: Kampf gegen Moscheebauten, Minderheiten,
Flüchtlingsquartiere, rumänische Kinder (Pro Köln diffamiert sie
bevorzugt als "Roma-Klau-Kids".), Schwule und Lesben.
Dass Pro Köln keinerlei Probleme mit offen auftretenden Neonazis hat, zeigen
ihre Kooperationen mit anderen faschistischen Organisationen. So kooperieren sie
mit der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD) und den Jungen Nationaldemokraten
(JN). Am 15. März 2003 führte Pro Köln zusammen mit NPD, JN und
Freien Kameradschaften zwei Demonstratioen unter dem Motto "Keine Groß-Moschee
nach Chorweiler" und "Keine Groß-Moschee nach Köln-Mülheim"
durch.
In der militanten Neonaziszene sieht man in Pro Köln die Möglichkeit,
faschistische Ideen an die bürgerliche "Mitte" heranzutragen. So
schrieb beispielsweise der wegen Volksverhetzung in Haft sitzende Neonazi Axel
Reitz in seinem Aufruf zur Kölner Kommunalwahl vom 26. September 2004: "Pro
Köln vertritt viele unserer Forderungen und ist imstande, diese inmitten
der Gesellschaft zu verankern und hoffähig zu machen, [
] zumal führende
Funktionäre dieser Partei offene Sympathien für uns und unsere Bewegung
hegen."
Der Jugendführer Schmidt Lonhardt
Der 19jährige Harald Schmidt-Lonhart warb bereits im Frühjahr 2006 mit
seinem Gesicht für die nationalistische Kampagne "Deutsch ist geil"
an Kölner Schulen. Sein dumpfes Treiben hat der 19jährige schon von
der Pieke auf von seinem Vater gelernt. So schreibt er im Internet: "Außerdem
liegt es in meiner Familie am rechten Ufer zu schwimmen" - "Wie der
Vater so der Sohn!"
Die braune Ideologie seines Vaters Rainer Schmidt-Lonhart ist schon lange bekannt.
So arbeitet der ehemalige Nazi-Skin, der gerne auf Fascho-Konzerten Naziaufnähern
trug, inzwischen als Kölner Neonazi-Anwalt. Zudem war Rainer Schmidt-Lonhardt
NPDler und eingetragenes Mitglied auf der Liste der Republikaner.
Die tun ja niemanden etwas oder doch?
Dass die Mitglieder von Pro Köln sogar mit Hetzjagden auf Menschen einverstanden
sind, zeigte die Vorgängerorganisation von Pro Köln, die "Deutsche
Liga für Volk und Heimat", deren Führungspersonal mit Pro Köln
fast identisch ist, 1993 bei einer Menschenjagd auf die Roma-Frau Nidar Pampurova.
Pampurova war, nachdem sie in das Kriegsgebiet Mazedonien abgeschoben worden war,
von UnterstützerInnen zurück nach Köln geholt worden. Die Deutsche
Liga für Volk und Heimat setzte daraufhin ein Kopfgeld von 1000 Mark für
die "Ergreifung" von Pampurova aus.
Die Worte Ralph Giordanos, eines Überlebenden des Holocaust, sollten eine
Warnung für uns alle sein: "Welch ein Hass wird hier sichtbar, und welch
ein Irrtum, zu glauben, er würde sich nur gegen Nidar Pampurova, gegen Sinti
und Roma, gegen Ausländer und Juden richten. Ich warne jeden Kölner
und jede Kölnerin: Der Haß der "Deutschen Liga" richtet sich
gegen jede und jeden, der nicht so ist, wie diese zeitgenössische Variante
des Nationalsozialismus ihn oder sie haben will - und ich nenne sie Nazis mit
der vollen Legitimität eines Überlebenden des Holocaust!"
(Frankfurter Rundschau vom 11. März 2003)
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